Ein Gastbeitrag von Schülerpraktikantin Helene Heep

Eine Naturwanderung mitten in der Stadt? Klingt surreal ist aber tatsächlich möglich und sehr empfehlenswert, besonders mit einem so guten Führer wie Johannes!
Der Start der Wanderung
Am Mittwoch dem 7. Mai fand die alljährliche Naturwanderung mit Johannes statt. Wir trafen uns um 17 Uhr bei dem Parkplatz des Bayerischen Bahnhofs an der Straße des 18. Oktober. Noch bei dem Parkplatz stellte er uns eine Pflanze vor, die vor Kriebelmücken schützt und empfahl uns zum Pflanzen Bestimmen die App Flora Inkognita. Leider musste er uns auch verkünden, dass der Anfang der Strecke nicht mehr so artenreich ist, weil dort zu früh gemäht wurde. Von dort aus gingen wir zu einem Zaun, der den Parkplatz abgrenzte und er stellte uns weitere Pflanzen vor und erzählte uns etwas über sie. Leider sind die meisten dieser Pflanzen invasiv und nicht einheimisch. Wir gingen weiter an dem Zaun entlang und kamen zu dem abgemähten Teil der Wiese, doch auch hier fanden wir ein paar wunderschöne Pflanzen. Nur wenige Insekten waren zu sehen. Es ging weiter über die abgemähte Wiese. Hin und wieder hielten wir an um etwas über die Blumen zu lernen, die er unterwegs entdeckte. Zum Beispiel entdeckten wir das Silber-Fingerkraut.

Einige Pflanzen über die wir viel erfahren haben
Als die Wiese aufhörte, sahen wir eine Ranke, die um einen Baum und einen Zaun gewachsen war. Sie ist heimisch und kann sich im Gegensatz zu anderen Kletterpflanzen auch mit Blättern um andere Pflanzen legen. Sie erwürgt ihnen Wirt in der Regel. Hinter dem Zaun war ein Betonweg, auf dem wir weitergingen. Am Ende des Wegs entdeckte er eine Pflanze, die anzeigt wo viel Stickstoff vorhanden ist. Dort wo das so ist, haben in der Regel viele Lebewesen Urin hinterlassen. Diese Pflanze stimmt genetisch mit Kopfsalat überein. Sie hat an einer Seite ihres Stils spitze Häkchen. Trotzdem pflückte Johannes diese Pflanze und aß den innersten Teil, den er das Herzstück nannte. Auf die Frage wie es schmeckte antwortete er, dass es so schmeckte, wie früher der Stumpf des Kopfsalats geschmeckt hatte. Früher war das der schlechteste Teil, somit schmeckt der beste Teil der Pflanze so wie der schlechteste Teil des Kopfsalats. Außerdem sahen wir eine Pflanze, deren Blüten wie Radieschen schmeckten. Kurze Zeit später sahen wir eine Pflanze, deren geschlossene Blüten genauso wie Brokkoli schmecken. Weiter ging es nach ein paar anderen Pflanzen zu einer Pflanze, die Johannes Windel der Natur bezeichnete, weil ihre jungen Blüten vergammelt riechen. Vor der Pflanze lag Müll einfach auf dem Boden.
Die Pflanzen auf dem Weg zur artenreichen Wiese

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir eine wunderschöne Wiese. Auf dem Weg zu dieser Wiese sahen unter anderem wir scharfen Mauerpfeffer, Amur- Traubenkirsche und Robinie. Die Blüten dieser Pflanze sind zwar ebenso wie der Rest der Pflanze leicht giftig aber wenn man nur wenige ist, ist das kein Problem. Sie schmecken nach roher Erbse. Außerdem fanden wir eine Blume, die wie Löwenzahn mit langem Stengel aussieht und Johannes zeigte uns, wie wir aus dem Stengel eine Tröte machen können. Man muss ihn dazu nur abbrechen und reinpusten.
Die Wiese und ihre Pflanzen
Auch auf der Wiese sahen wir viele interessante Pflanzen. Zum Beispiel eine Pflanze, deren Blattknospen wie scharfe Kresse schmecken. Außerdem hörten wir eine Nachtigall. Dann kamen wir zu einem Baum, der mit Rhabarber verwandt ist und aus Japan kommt. Er ist stark invasiv. Deshalb müssen wir ihn wegnutzen. Der Stamm ist sehr dünn. Wenn man einen jungen Stamm abschneidet, besteht die Chance, dass Saft, der wie Rhabarbersaft schmeckt, herraustropft. Wir hatten leider kein Glück aber wenigstens konnte Johannes zwei Flöten und eine Büchse basteln. Außerdem hat er ein paar Stücke von dem Stamm abgeschnitten und uns zum Kauen gegeben. Ich fand, dass sie wie saurer Apfel schmecken. Dann hing es weiter zum großen Finale.

Das große Finale
Es war bei der S-Bahnstation beim MDR. Eine Blume hatte einen Stil, der süß schmeckte, doch das war noch nicht das Finale. Das Finale waren das Gummikraut, das klebt, enorm schwer zu trocknen ist und gegen Husten hilft und das Flohkraut. Es gab noch eine andere Pflanze, doch deren Name fällt mir leider nicht mehr ein. Die Wanderung endete in etwa 19:45 Uhr.
Mein Fazit
Ich fand die Wanderung sehr schön und interessant. Johannes weiß so viel über die Pflanzen und bringt sein Wissen spannend rüber. Es war ihm anzusehen, wie sehr er für das Thema brennt. Ich kann die Wanderung nur weiterempfehlen! Bei dieser Wanderung habe ich gelernt, was für große Folgen es hat, wenn man Pflanzen im Mai mäht. Es führt dazu, dass an dem Ort, an dem gemäht wurde, viele Pflanzen und Tiere aussterben. Um das zu verhindern gibt es zum Beispiel von NABU, der deutschen Gartenbau Gesellschaft und einigen anderen Verbänden das Projekt Mähfreier Mai. Es gibt auch einige andere Projekte, die sich für mehr artenreiche Wiesen einsetzen, wie zum Beispiel das Projekt Schmetterlingswiese von VielFalterGarten.
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