Der Freistaat verfehlt bei der schulpsychologischen Betreuung deutlich die Empfehlungen der Fachverbände: In Sachsen ist eine Schulpsychologin bzw. ein Schulpsychologe für 5.000 Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Das zeigt eine Kleine Anfrage des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser (Drs 8/4532). Bei der ebenfalls überlasteten Kinder- und Jugendpsychiatrie fehlt der Staatsregierung zudem gänzlich der Überblick (Drs 8/4540).Christin Melcher, sozial- und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, kritisiert deshalb:„Während die mentale Belastung junger Menschen immer weiter steigt, sind die zentralen Unterstützungsstrukturen vollkommen überlastet. Besonders deutlich wird der strukturelle Mangel in der Schulpsychologie. Der Freistaat beschäftigt landesweit nur 77,8 Vollzeitäquivalente für rund 450.000 Schülerinnen und Schüler. Das entspricht etwa einer Schulpsychologin oder einem Schulpsychologen für 5.000 Kinder und Jugendliche. Fachverbände empfehlen eine Relation von 1 zu 1.000. Mit so wenig Personal sind weder effektive Prävention noch Krisenbegleitung realistisch leistbar. Die Schülervertretungen in Bund und Land schlagen deshalb bereits Alarm. Denn die Staatsregierung lässt die Schulen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit mit den Herausforderung weitgehend allein im Regen stehen.“Thomas Löser, gesundheitspolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, ergänzt:„Noch gravierender ist die Lage in der Kinder- und Jugendpsychatrie: Hier liegen der Staatsregierung nicht einmal Daten über verfügbare Plätze, Wartezeiten auf Diagnostik oder Therapie und unbesetzte Stellen vor. So wird eine bedarfsorientierte Steuerung vollkommen unmöglich. Während Betroffene monatelang auf Hilfe warten, verweist das Ministerium auf die Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigung. Damit entziehen sich CDU und SPD ihrer politischen Verantwortung und lassen gerade jene junge Menschen im Stich, die dringend Hilfe brauchen.“Wir BÜNDNISGRÜNE fordern deshalb:
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